{"id":332,"date":"2010-09-24T13:38:09","date_gmt":"2010-09-24T13:38:09","guid":{"rendered":"http:\/\/quantumcinema.uni-ak.ac.at\/site\/?p=332"},"modified":"2018-10-29T07:25:36","modified_gmt":"2018-10-29T07:25:36","slug":"blabla","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quantumcinema.uni-ak.ac.at\/?p=332","title":{"rendered":"QC goes public"},"content":{"rendered":"<h1>Artistic Research als \u00c4sthetische Wissenschaft?<\/h1>\n<p>Workshop, 24.\/25. September 2010 Akademie Schloss Solitude im Rahmen  des Programms art, science &amp; business initiiert von Prof. Dr. Martin  Tr\u00f6ndle in Kooperation mit der Zeppelin University, Friedrichshafen mit  freundlicher Unterst\u00fctzung der W\u00fcstenrot Stiftung, Ludwigsburg<\/p>\n<h2>Kontext<\/h2>\n<p>Kunstforschung, k\u00fcnstlerische Forschung oder kunstbasierte Forschung  sind derzeit popul\u00e4re Begriffe \u2013 spekuliert werden darf jedoch, was mit  ihnen gemeint sei. Verfolgt man die internationale Diskussion zu \u00bbart  research\u00ab, \u00bbartistic research\u00ab, \u00bbart based research\u00ab, \u00bbresearch through,  with, about arts\u00ab, so lassen sich zumindest drei Konzepte ausmachen:<\/p>\n<p>Zum ersten wird k\u00fcnstlerische Forschung als eine der Werkproduktion  immanente T\u00e4tigkeit angesehen, um neue Objekte oder Prozesse zur  \u00e4sthetischen Rezeption und deren Verhandlung im Kunstsystem zu erzeugen.  K\u00fcnstlerische Forschung w\u00e4re das, was K\u00fcnstler seit jeher tun, um durch  Recherche und Experiment die Grenzen ihrer Disziplin zu verschieben;  gleich, ob es sich um neue Notationsweisen, Materialbehandlungen oder  Sinnaufladungen handelt. K\u00fcnstlerische Forschung bezeichnet somit den  Prozess, der \u00bbMeisterwerke\u00ab auszeichnet, n\u00e4mlich exemplarisch neue Wege  in der Produktion oder Rezeption von Kunst erprobt zu haben. \u00bbKunst\u00ab  wird damit sparten\u00fcbergreifend als Fortschrittsgeschichte konzipiert und  k\u00fcnstlerische Forschung als fortschrittsleitendes Prinzip verstanden \u2013  eine Konzeption, die insbesondere an den europ\u00e4ischen Kunsthochschulen  im Rahmen der neu entstandenen Promotionsprogramme verfolgt wird.<\/p>\n<p>Mit dem Schlagwort der \u00bbVerwissenschaftlichung der Kunst\u00ab l\u00e4sst sich  ein zweiter, aktueller k\u00fcnstlerisch gepr\u00e4gter Forschungsbegriff fassen.  Gemeint sind k\u00fcnstlerische Arbeiten, bei denen vor allem feldforschend  oder dokumentarisch vorgegangen wird und die dem Bereich der \u00bbkritischen  \u00c4sthetik\u00ab zugeordnet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Diese Definitionen sind gleichwohl wenig hilfreich, wenn es um  Forschung und nicht um Kunst geht. Bei dem Workshop \u00bbArtistic Research  als \u00c4sthetische Wissenschaft?\u00ab an der Akademie Schloss Solitude soll  Kunstforschung nicht per se als k\u00fcnstlerischer Prozess, sondern eher als  \u00bb\u00e4sthetische Wissenschaft\u00ab konzipiert werden; als ein Prozess, der das  spezifische Wissen und die Kompetenzen von K\u00fcnstlerinnen und K\u00fcnstlern  nutzt, um sie in anderen Kontexten als dem Kunstsystem zur Anwendung zu  bringen: K\u00fcnstlerische Kompetenzen und Arbeitsweisen werden mit  wissenschaftlichen verbunden, um problemorientiert neues Wissen zu  generieren. Es ist kein \u00bbForschen \u00fcber Kunst\u00ab, was in den  Zust\u00e4ndigkeitsbereich der Kunstwissenschaften f\u00e4llt, noch ein \u00bbForschen  mit Kunst\u00ab, was genuin die k\u00fcnstlerische Produktion charakterisiert.  Zentral sind vielmehr Formen der sinnlichen Erkenntnis in einem  wissenschaftlichen Kontext zur Generierung neuen Wissens. Im Sinne der  angestrebten Problemorientierung steht bei dem Workshop weniger die  Konzeption des wissenschaftlichen Wahrheitsbegriffs zur Diskussion als  vielmehr der Begriff der N\u00fctzlichkeit. Es geht auch um das Verh\u00e4ltnis  epistemischer und \u00e4sthetischer Erkenntnistechniken (wissenschaftlicher  Forschung in Abgrenzung zu k\u00fcnstlerischer Forschung), insbesondere  jedoch um das Potential und die Transformation \u00e4sthetischen Handelns  au\u00dferhalb des Kunstfeldes.<\/p>\n<h2>Programm<\/h2>\n<p>Freitag, 24. September 2010<\/p>\n<p>Er\u00f6ffnung durch Prof. Jean-Baptiste Joly, Direktor der Akademie Schloss Solitude<\/p>\n<p>Teil I: Theorie Wie und mit welchen Theorien kann das Feld der  Kunstforschung fundiert werden? An welche Wissenschaftsdisziplinen muss  Anschlussf\u00e4higkeit hergestellt werden? Wer entwickelt das  Methodenrepertoire? &#8211; Prof. Dr. Gernot B\u00f6hme, Direktor des Instituts f\u00fcr  Praxis der Philosophie, Darmstadt &#8211; Dr. Simon Grand, Institut Design-  und Kunstforschung, HGK Basel und RISE Management Research, Universit\u00e4t  St. Gallen<\/p>\n<p>Teil II: Methode Emotionale Intelligenz and \u00bbembodied knowlegde\u00ab: Wie  verlaufen k\u00fcnstlerische Forschungsprozesse und welche Methodenkompetenz  kann daraus gewonnen werden? Handelt es sich um  wissenschaftlich-textbasierte oder \u00e4sthetisch-materialbasierte  Erkenntnistechniken? &#8211; Dr. des. Jutta Voorhoeve, Kunsthistorisches  Institut in Florenz \u2013 Max-Planck Institut &#8211; Prof. Dr. Martin Tr\u00f6ndle,  Lehrstuhl f\u00fcr Kulturbetriebslehre und Kunstforschung, Zeppelin  University, Friedrichshafen<\/p>\n<p>Projektpr\u00e4sentationen Laufende und neu entstandene Projekte im Feld  der \u00bbartistic research\u00ab stellen in kurzen Pr\u00e4sentationen ihre Ideen und  Forschung vor. &#8211; Dr. habil. Jens Badura, Schwerpunkt Wissenschaft &amp;  Kunst, Universit\u00e4t Mozarteum Salzburg &#8211; Prof. Dr. Karen van den Berg,  Lehrstuhl f\u00fcr Kulturmanagement und inszenatorische Praxis, Zeppelin  University, Friedrichshafen \/ Prof. Sibylle Omlin, Direktorin der ECAV  Schule f\u00fcr Gestaltung Wallis, Sierre &#8211; Mari Brellochs, GfKFB Network for  Artistic Research, Berlin &#8211; Julian Klein, Institut f\u00fcr k\u00fcnstlerische  Forschung, Berlin &#8211; Dr. Birte Kleine-Benne, artLABOR e.V., Hamburg &#8211;  Prof. Heike Klussmann, Fachgebiet Bildende Kunst, Universit\u00e4t Kassel &#8211;  Prof. Dr. Claudia Mareis, Theorie und Geschichte der Designforschung,  Hochschule der K\u00fcnste Bern &#8211; Prof. Hannes Rickli, Institut f\u00fcr  Gegenwartsk\u00fcnste, Z\u00fcrcher Hochschule der K\u00fcnste &#8211;<\/p>\n<p><strong>Renate Quehenberger, QC-Projekt-Pr\u00e4sentation, \u00a0Medientheorie, Universit\u00e4t f\u00fcr angewandte Kunst Wien &#8211;<\/strong><\/p>\n<p><strong> <\/strong><\/p>\n<p>Teil III: Organisation Wie k\u00f6nnen k\u00fcnstlerische (per se \u00bbsubjektive\u00ab)  Kompetenzen in eine (\u00bbintersubjektive\u00ab) Wissenschaftsumgebung  eingebracht werden? Wie kann transdisziplin\u00e4re Forschung wirksam sein,  so dass wissenschaftliche und k\u00fcnstlerische Methoden kombiniert  angewandt werden? Welche Probleme entstehen in solchen Prozessen? &#8211;  Prof. Ursula Bertram, Zentrum f\u00fcr Kunsttransfer, ID factory, Technische  Universit\u00e4t Dortmund &#8211; Prof. em. Dr. Wolfgang Krohn, Institut f\u00fcr  Wissenschafts- und Technikforschung, Universit\u00e4t Bielefeld<\/p>\n<p>Samstag, 25. September 2010<\/p>\n<p>Teil IV: Transfer Wie k\u00f6nnen die Ergebnisse der Kunstforschung  gesichert werden? Sind die intersubjektive Produktion und Distribution  von gesichertem Wissen und die \u00e4sthetische Erkenntnis zwei sich  ausschlie\u00dfende Prinzipien? Welche Methoden der \u00bbZitation\u00ab w\u00e4ren zu  etablieren? Wie und wo findet eine Wissensspeicherung statt? &#8211; Prof.  Adelheid Mers, Arts Administration and Policy, School of the Art  Institute of Chicago &#8211; Prof. Henk Borgdorff, Research in the Arts, Royal  Academy of Art (KABK), Den Haag; Fakult\u00e4t f\u00fcr Bildende, Angewandte und  Darstellende K\u00fcnste, Universit\u00e4t G\u00f6teborg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Artistic Research als \u00c4sthetische Wissenschaft? Workshop, 24.\/25. 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